Aktien kaufen für Anfänger


In diesem Beitrag werde ich Dir zeigen, wie man Schritt für Schritt Aktien kauft. Von der Eröffnung eines Depots bis hin zur Ausführung einer Kauforder. Hier findest Du meine Depotempfehlung und warum ich ausgerechnet diesen Onlinebroker ausgesucht habe. Ferner werde ich Dir erklären, welche Gebühren bei einem Aktienkauf anfallen und wie Du diese möglichst geringhalten kannst. Zu guter Letzt zeige ich Dir meine Investmentstrategie, mit der ich langfristig ein passives Einkommen aus Dividenden aufbaue.

Anmerkung: Alle folgenden genannten Aktientitel sind keine Empfehlungen und stellen nur meine persönlichen Präferenzen dar!

Aktien kaufen erste Schritte (Video-Anleitungen)


Aktien kaufen Schritt für Schritt bei Onvista:


Du hast Dich immer gefragt, wie der Kauf einer Aktie aussieht? Ich zeige Dir in diesem Video wie ich eine Aktie auf Onvista kaufe. Mit Echtgeld! Aktien selber kaufen ist einfacher als man denkt.

Wie macht man eigentlich Geld mit Aktien?


Es gibt zwei Möglichkeiten Geld mit Aktien zu verdienen: Dividendenausschüttungen und Kursgewinne.

Dividendenausschüttung:

Die Dividendenausschüttung ist eine Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre. Die Dividenden werden in der Regel einmal im Jahr nach Beschluss der Hauptversammlung ausgeschüttet. Nicht alle Unternehmen schütten Dividenden aus. Unternehmen die stark auf Wachstum gepolt sind (z.B. Google, Facebook, Amazon, Netflix, Starbucks) schütten keine bis kaum Dividenden aus. Dividendenstarke Title wie Coca-Cola, McDonalds, Daimler, BMW, P&G oder Johnson & Johnson sind dagegen fundierte Unternehmen.

Der Kauf von Dividendentiteln ist bestens für Anfänger bzw. langfristige Investoren geeignet, da man hier nach dem Prinzip Buy&Hold (Kaufen und Halten) handelt.

Gewinn durch Kurssteigerung:

Die positive Differenz aus dem Kaufen und dem Wiederverkaufen von Aktien ergibt ebenfalls eine Ertragsmöglichkeit. Hierfür ist eine aktive Marktbeobachtung und –Einschätzung notwendig. Das Prinzip ist einfach erklärt: Man kauft eine Aktie und spekuliert auf eine Kurssteigerung in einem bestimmten Zeitraum, um sie dann wiederzuverkaufen.

Diese Strategie ist risikoreicher als die Dividendenstrategie, da man auf kurzfristige Schwankungen einer Aktie spekuliert. Solange Du nicht weißt, was Du tust, solltest Du es bei der Dividendenstrategie belassen.

Was ist ein Depot?

Ein Depot ist so etwas wie ein Konto, aber speziell für Aktien gemacht. Anders gesagt: Dein Geld liegt auf Deinem Konto und Deine Aktien liegen in Deinem Depot.

Wie eröffne ich ein Depot?

Ein Depot kannst Du bei fast jeder Bank eröffnen. Bei den meisten Direktbanken (also Onlinebanken) sind die Eröffnung und die Führung eines Depots in der Regel kostenlos. Bei den Hausbanken (z.B. Sparkasse) fallen hier meisten Kosten an.

Was kostet mich ein Depot?

Die Eröffnung und Führung eines Depots bei der richtigen Direktbank kostet nichts. Erst beim Kauf oder Verkauf von Aktien fallen sog. Ordergebühren an. Eine Order (Auftrag) ist eine Kauf- oder Verkaufstransaktion. D.h. es fällt eine einmalige Gebühr an, wenn Du eine Aktientransaktion ausgeführt hast. Bei den Hausbanken beträgt diese Gebühr zwischen 30€ und 100€ pro Order, weil Du das telefonisch oder vor Ort über einen Berater machen musst. Hier sind Direktbanken deutlich günstiger. Aber Du musst dennoch aufpassen. Ich werde Dir alle möglichen Kosten aufzeigen.

Meine Depotempfehlung: (Affiliate Links)

Onvista Sparkasse
(nur zum Vergleich)
Depoteröffnung Kostenlos Kostenlos
Depotführungsgebühr Kostenlos Ab 20€ / Jahr
Orderkosten In den ersten 6 Monaten: 3,99 €

Danach 5,99 € + 0,23% vom Ordervolumen
Ab 20€ plus 1% vom Ordervolumen
Girokonto Referenzkonto benötigt Ab 27 Jahren: 4,90€ / Monat
Kreditkarte Referenzkonto benötigt 20€ / Jahr
smsTAN Überweisung Referenzkonto benötigt 0,10€ pro SMS

Wie viel Gebühren genau anfallen, erkläre ich Dir anhand folgender Tabelle:

Onvista Ordergebühren

Ordervolumen Grundentgelt 0,23% Ordervolumen Max. Gebühr Anfallende Gebühren Relation
500 € 5,99 € 1,15 € 39 € 7,14 € 1,14%
1.000 € 5,99 € 2,3 € 39 € 8,29 € 0,82%
2.000 € 5,99 € 4,6 € 39 € 10,59 € 0,52%
5.000 € 5,99 € 11,5 € 39 € 17,49 € 0,35%

Meine Strategie

Hinweis: Alle genannten Aktientitel sind keine Empfehlungen und stellen nur meine persönlichen Präferenzen dar.

Ich handle nach der „Buy & Hold“-Strategie oder auch „Kaufen und liegen lassen“ genannt. Mein Ziel ist es, solide Aktienwerte für einen günstigen Preis zu sammeln, um langfristig Dividende zu kassieren. Dividende werden ohne Ausnahme reinvestiert, um einen maximalen Zinseszinseffekt zu erzielen. Diese Anlage soll später als verlässlicher und dauerhafter Cashflow dienen.

Diese Strategie ist mein Fahrplan, um mich vor jeglichen emotionalen Entscheidungen zu bewahren. Hinzu ist die Zeitersparnis enorm, weil ich keine Zeit und Lust habe jeden Tag auf die Börse zu achten. Mein Geld verdiene ich hauptsächlich mit u.a. meinem Job.

Die Kriterien für Aktienauswahl

Bevor ich die Aktien eines Unternehmens kaufe, stelle ich mir folgende Fragen:

  1. Wird das Unternehmen in 10 Jahren noch existieren?
    • Ein Unternehmen, das sich über 30+ Jahren behauptet hat, wird sehr unwahrscheinlich in den nächsten 10 Jahren runtergehen
    • Konsumgüterhersteller wie z.B. Coca-Cola, Colgate, P&G werden mMn. immer existieren
  2. Ist das Geschäftsmodell des Unternehmens ertragreich?
    • Das Geschäftsmodell ist ertragreich, wenn es für das Unternehmen einen gesunden Cashflow generiert. D.h. dass ihre Produkte/Dienstleistungen immer wieder gekauft werden
  3. Ist das Unternehmen gut diversifiziert?
    • o Branchenübergreifend, Ortübergreifend, viele Kundengruppen: B2C, B2B, B2G
  4. Ist die Markkapitalisierung mindestens höher als 10 Milliarden Dollar?
    • Je größer ein Unternehmen ist, desto unwahrscheinlicher geht es runter
  5. Liegt die Dividendenrendite zwischen 2,5% - 6%
    • Zu wenig Dividende ist uninteressant
    • Zu viel Dividende ist bedenklich, da das Unternehmen wenig in Wachstum reinvestiert

Meine Aktien-Watchlist

Bei Onvista kann man sich ganz bequem eine Aktien-Watchlist erstellen. Werte, die obengenannten Kriterien erfüllen, kommen auf meine Watchlist. Ein Auszug davon:

  • Altria
  • AT&T
  • Bayer
  • Colgate
  • Coca-Cola
  • Daimler
  • General Electric
  • General Mills
  • Johnson & Johnson
  • Procter & Gamble
  • McDonalds
  • Microsoft
  • Nestle
  • SAP
  • Unilever

Wann kaufe ich dann ein?

Ein Kauf kommt in Frage, wenn folgende Bedingungen zutreffen:

  • Mein Cash-Bestand lässt es zu. D.h. ich habe Geld zum Investieren
  • Ein Aktientitel aus der Watchlist ist -20% unter dem Jahreshoch
  • Ein gekaufter Aktientitel ist noch weiter gefallen -> Nachkaufen

Wieviel kaufe ich ein?

"Lege nicht alle Eier in einen Korb"

Warren Buffett

Die Summe eines Kaufes liegt bei mir zwischen 1000€ - 2000€. Die Untergrenze verhindert, dass ich zu wenig einkaufe und die Gebühren im Verhältnis zu groß sind. Die Obergrenze verhindert, dass ich vor lauter Euphorie „alle Eier in einen Korb lege“. Ein Aktienkauf unter 500€ macht wenig Sinn aufgrund von den Gebühren (siehe Tabelle oben).

Was ist, wenn es keine Aktien zu den genannten Konditionen gibt?

Wenn es gerade nichts zu kaufen gibt, dann kaufe ich auch nichts. Ich baue stattdessen mein Cash-Bestand auf und warte. Denn eines ist gewiss: Die Kaufgelegenheit kommt immer wieder. Man muss nur Geduld haben. Die Börse ist dynamisch und volatil. Es gibt viele Gründe für eine Korrektur: Erwartung von Analysten sind zu hoch gesetzt, Großinvestoren langweilen sich und verkaufen, schlechte Nachrichten, gute Nachrichten, und ja sogar das Wetter spielt eine Rolle.

Schon der berühmte Börsenguru André Kostolany hat darauf hingewiesen: Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere sei Psychologie.

Meine längste Durststrecke war nie länger als 3 Monate. Ich schaue maximal 2 – 3 Mal in der Woche auf meine Watchlist. Ab und zu wenn ich Zeit habe, erweitere ich meine Watchlist, um mehr Kaufgelegenheiten zu generieren.

Wie schaut es mit der Steuer aus?

Überall wo man legal Geld verdienen kann, muss man Steuer zahlen. Die Steuer auf den Aktiengewinn wird auch Abgeltungssteuer genannt. In Deutschland hat man einen jährlichen Freibetrag von 801€ (ledig) bzw. 1602€ (verheiratet). Sobald der Gewinn über diesem Freibetrag liegt, wird eine Steuer von ca. 25% - 27%, je nach Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag, erhoben. Diese wird aber direkt von Onvista an den Staat abgeführt.

Also kurzgesagt: Sobald man im Jahr mehr als 801€ (ledig) Gewinn mit Aktien macht, zahlt man für jeden weiteren Euro Gewinn ca. 25 Cent Steuer. Bei Verlusten kann man einen Antrag auf Steuerrückerstattung stellen.

Hinweis: Dies ist keine Steuerberatung und ersetzt eine individuelle Steuerberatung nicht.

Zusammenfassung

Jedes Mal, wenn eine Aktie aus meiner Watchlist um 20% unter dem Jahreshoch fällt, freue ich mich auf einen günstigen Einkaufspreis. Denn mein Ziel ist es, möglichst viele Aktien zu sammeln, die mir ein passives Einkommen generieren. Für den Fall, dass eine Aktie noch weiter fällt, freue ich mich auf noch günstigere Einstiegskurse und kaufe nach. Denn langfristig gesehen steigen diese sogenannten Bluechips Aktien grundsätzlich immer. Und die Dividenden werden jährlich ebenfalls in der Regel erhöht. Diese Strategie spart mir Zeit und Nerven, die ich lieber woanders investieren will. Geldmachen tue ich sowieso woanders aber Geldanlegen tue ich bei der Börse.

Schlusswort


Wie Du siehst, stellt der Kauf oder Verkauf einer Aktie keine unüberwindbare Hürde da. Es funktioniert genau wie Online-Shopping: Die Anmeldung in einem Shop (Onlinebroker) ist kostenlos, Du bezahlst für eine Sache (Aktien) und der Versand (Ordergebühr) kostet Dich ein bisschen. Ich hoffe, dass ich Deine Unsicherheit und Unwissenheit zum Teil beseitigen konnte. Das Geld ist nicht weg. Es wurde nur in die Form eines Sachwertes bzw. Vermögenswertes umgewandelt. Und Du kannst diesen Vermögenswert zu einem späteren Zeitpunkt für mehr Geld wiederverkaufen. Oder er arbeitet für Dich und schüttet Dividenden als passives Einkommen aus.